Unterwegs auf dem St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt von Vehlen nach Freyburg

Tag 14 (Mi, 22.7.2026) Von Lodersleben nach Mücheln / 31,1 km

Da mein letztes Quartier in einem westlich von Querfurt gelegenen Vorort war, kamen heute doch einige Kilometer mehr zusammen, als gedacht. Auch zeitlich wurde es knapp, weshalb ich erst mit dem 18-Uhr-Geläut in Mücheln ankam. Schuld daran war vor allem Querfurt. Ich hatte keinerlei Vorstellung von der Stadt und auch als unterwegs Wegweiser zur Burg Querfurt auftauchten, hatte ich keine großen Erwartungen. Aber was ich dann vorfand, hat mich doch fasziniert: eine ziemlich große, nahezu intakte Befestigungsanlage mit Türmen verschiedenster Bauart und museal genutzten Gebäuden mittendrin. Da bin ich eine Weile rumgelaufen und hab dabei auch die Kellergewölbe inspiziert, weil die Tür offen war. Aber das Museum hatte noch zu und damit kam ich leider nicht in die Kirche mitten auf dem Burghof. Obwohl nicht am ausgeschilderten Weg gelegen, habe ich mir auch die Altstadt von Querfurt angeschaut. Das hat Zeit gekostet und Kilometer gebracht.

Der Weg führte anschließend wie an den Vortagen entlang von Feldern, die meist mit Obstbäumen gesäumt waren. Das hat mir wieder mehrere Handvoll Kirchen beschert.

Kurz vor Steigra ging es durch ein schmales Naturschutzgebiet und der Blick fiel lange auf die große ICE-Brücke, die hier das Tal überspannt. Mit dem Fotografieren habe ich gewartet, bis ein Zug kam, aber der ist auf dem Foto kaum zu sehen, so klein ist der im Verhältnis zur Brücke. Später bin ich noch an einer Tunneleinfahrt der ICE-Strecke vorbeigekommen. Da hat sich gerade ein Zug im Tunnel mit ganz leisem Pfeifen angekündigt - und schon war er da und vorbei.

Hinter Schnellroda taucht der Weg in einen urwüchsigen Laubwald ein und führt durch diesen nach St. Micheln, einen Vorort von Mücheln. Da habe ich mir trotz der knappen Zeit noch schnell von außen die romanische Kirche angeschaut, die auf einem Hügel inmitten eines Friedhofs steht und von Ort aus nur über einen schmalen Trampelpfad zu erreichen ist.

Heute hat es wieder keine Versuchung gegeben, irgendwo einzukehren. Die einzige prinzipiell geöffnete Gaststätte, „Zum Ritter St. Georg“ in Steigra, hat um halb drei, als ich da ankam, gerade zu gemacht: Siesta! Wasser hatte ich ja genug mit, aber der Mensch lebt nicht vom Wasser allein. Ich war also ziemlich unterhopft und zudem hungrig, als ich in Mücheln ankam. Kaum dass die nette Dame, die mich hier in die Herberge (Gemeindesaal mit Bad und Küche) gelassen hat, mit ihren Erklärungen fertig war, bin ich in den nahen Netto geeilt, um mich mit Speis und Trank zu versorgen. Als der gröbste Durst und Hunger gestillt war, bin ich nochmal kurz raus, um mich zumindest auf dem Marktplatz etwas umzusehen. Der sieht mit seiner Hanglage sehr originell und nett aus. Ein stattliches Rathaus dominiert den Platz und alle angrenzenden Gebäude sehen sehr ordentlich aus. Kein moderner Lückenschluss trübt das Auge. Schön, dass man sowas auch in Ostdeutschland findet!


St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt - Tag 14

Lodersleben, Heimatstube
Lodersleben, Barockschloss derer von der Schulenburg, Hofseite
Lodersleben, Bücherbox im Kühlschrank
Es muss nicht immer eine Telefonzelle sein ...
Gleise zwischen Lodersleben und Querfurt. Der Weg verläuft teilweise entlang der 2003 stillgelegten Bahnlinie.
Ein Schutzdamm für die Querne kurz vor dem Querfurter Ortsteil Thaldorf
Querfurt, Ententeich im Thalgarten
Querfurt, Graben auf der Ostseite der Burg
Querfurt, Burg. Gehört zu den größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands.
Querfurt, Tor zum Burghof
Querfurt, Burghof. Links das Burgmuseum (ehemals Korn- und Rüsthaus), daneben die Burgkapelle
Querfurt, der Keller des ehemaligen Korn- und Rüsthauses der Burg
Querfurt, „Dicker Heinrich“ auf der Burg
Querfurt, Burgkapelle. Links daneben der Marterturm, rechts der „Dicke Heinrich“
Querfurt, Burgkapelle. Rechts daneben der Pariser Turm
Querfurt, Südrondell der Burg
Querfurt, Burg. Links der Marterturm, rechts die Zufahrtsstraße (Burgring)
Querfurt, Befestigungsanlagen der Burg
Querfurt. Links die Burg, rechts die St.-Lamberti-Kirche in der Altstadt
Querfurt, Burg
Querfurt, St.-Lamberti-Kirche
Querfurt, Markt
Querfurt, Rathaus am Markt
Querfurt, Stadtwappen an einem kommunalen Fahrzeug
Eine durch feine Netze geschützte Obstplantage hinter Querfurt
Sieht aus wie ein Ufo, ist aber wohl eine Antennenanlage.
Eine komfortable Sitzbank an der Weggabelung „Zu den drei Linden“ lädt zu einem Schläfchen ein.
Die Landschaft südlich von Querfurt
Die ICE-Brücke von Karsdorf spannt sich 2,7 Kilometer lang und bis zu 49 Meter hoch über das Unstruttal.
Der Weg biegt am Rand des Unstruttals ab und führt weitestgehend geradeaus nach Steigra.
Hier führt auch der Lutherweg entlang.
Der Weg nach Steigra
Nochmal ein Blick auf die Unstruttal-Brücke (mit ICE), bevor der Weg abbiegt
Steigra, Kirche St. Georg. Um 1200 erbaut, nach dem 30jährigen Krieg neu errichtet
Steigra, Gasthof zum Ritter Sankt Georg. Der Gasthof hatte gerade Mittagspause ...
Ein Wasserturm am an der Straße von Steigra nach Kalzendorf
Kalzendorf, St.-Katharina-Kirche. Ursprung um 1300, 1750 Turmerhöhung, 1872 Neubau des Kirchenschiffes
Die ICE nach Halle fahren hinter der Untruttalbrücke in einen Tunnel und kommen hinter Kalzendorf raus.
Schnellroda. Eine zum Nistkasten umfunktionierte Notrufsäule.
Schnellroda, St.-Matthaei-Kirche
Der Weg von Schnellroda nach Mücheln ist anfangs von Obstbäumen gesäumt.
Später führt der Weg durch dichten Laubwald.
Mücheln (Geiseltal). Die am Ortseingang versteckte romanische Kirche St. Micheln, angeblich 1128 gegründet.
Mücheln (Geiseltal), die Geiselquelle
Mücheln (Geiseltal), Oberstraße
Mücheln (Geiseltal), Markt mit Rathaus (links). Rechts der Turm der St.-Jakobi-Kirche
Mücheln (Geiseltal), Markt mit Rathaus
Mücheln (Geiseltal), Bebauung des Marktes gegenüber dem Rathaus
Mücheln (Geiseltal), St.-Jakobi. Die ältesten Teile sind aus dem 13. Jh., das Kirchenschiff ist von 1718.
Mücheln (Geiseltal), St.-Jakobi-Kirche