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Unterwegs in der Umgebung von Madrid | ![]() |
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Teil II, Tag 23 (Di, 22.9.2026) Unterwegs am Río Manzanares im Norden von Madrid (22,8 km)
Heute hatte ich es gar nicht eilig. Ich habe mich bis um acht im Bett gedreht und bin nach einem wie immer spartanischen Frühstück losgezogen. Ich wollte wieder eine Wanderung machen und habe mir dafür den Oberlauf des Río Manzanares im Nordosten Madrids ausgesucht. Mein Gepäck habe ich mitgenommen, weil ich ja für die letzte Nacht ein anderes Hostel gebucht hatte, das „Safestay Madrid“, in dem ich schon mal war. Das liegt direkt an der fast noblen Calle de Segasta, dicht an einer Metro-Station.
Ich bin zur Busstation Moncloa etwa den Weg zurück gelaufen, den ich am Sonnabend zu meinem Hostel genommen hatte. Und dann ging es immer geradeaus entlang der Avenida de la Memoria, vorbei an tollen Parkanlagen, am America-Museum und dem benachbarten Aussichtsturm, an gut bewachten Armeeobjekten und verschiedenen Universitätsgebäuden. Bei den Tierärzten habe ich Stopp gemacht, denn dort war in der Karte ein Restaurant eingezeichnet. Und tatsächlich fand sich da eine sehr ordentliche Mensa, in der ich um zwölf zu einem zweiten Frühstück und einem erfrischenden Getränk gekommen bin. An einem Autobahnkreuz führte der Weg dann weg von der Straße ans Ufer des Río Manzanares, der hier nur ein kleines Bächlein ist. Nun wurde der Weg auf einigen Kilometern links vom Bach und rechts von aneinander gereihten Sport- und Golfplätzen begleitet. Das sah alles sehr nobel aus und wiederholte sich, denn die Sportplätze gehörten offenbar verschiedenen Clubs. Die meisten hatten auch große Schwimmbecken, randvoll mit glasklarem Wasser. Aber die waren alle ungenutzt, vermutlich weil mittags erst 31 Grad waren. Es ging auch vorbei am Playa de Madrid. Einer Infotafel zufolge gab es hier am „Fluss“ einst einen breiten, eifrig genutzten Badestrand. Jetzt ist das eine zugewucherte Wiese mit maroden Bäumen. Schilder geben Auskunft, dass der Fluss renaturiert wird. Da wird man den entstandenen Urwald, der nur gelegentlich einen Blick aufs Wasser erlaubt, sicher nicht beräumen. Trotzdem hat es großen Spaß gemacht, dort zu spazieren, zumal alter Baumbestand am Weg ganz gut für Schatten sorgte. Ich hätte den Weg noch bis zu einem kleinen Stausee weiterlaufen und dort umkehren können, aber dann wäre es abends spät geworden. Außerdem wurde es wieder ziemlich warm und dort, wo es keine Bäume gab, sehr sonnig. Ich habe deshalb nach dem nächsten Autobahnkreuz gedreht und auf einem als GR124 ausgewiesenen Weg den Rückweg angetreten. Das war eigentlich kein richtiger Weg, sondern eine Ansammlung paralleler und sich kreuzender Mountainbike-Pisten. Auf der Höhe eines Golfplatzes wurde der Weg dann etwas zivilisierter und führte erst an einem Wohngebiet vorbei und dann in dieses hinein. Ich hatte mir eine Route raussuchen lassen, die ohne großes Zickzack zu meiner neuen Bleibe führt. Diese Route führte immer entlang größerer Straßen erst durch ein ruhiges Neubaugebiet und dann durch immer turbulenter werdende Geschäftsstraßen. Die boten reichlich Gelegenheit, ein Getränk und was zu essen zu erwerben. Schlimm war nur, dass ich, wenn ich mich damit auf einer Parkbank niedergelassen habe, kaum wieder hoch kam. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass es jetzt genug ist. Ich habe einen sehr schönen Camino und drei abwechslungsreiche Tage in Madrids Umgebung hinter mir. Ich bin zwar etwas erschöpft, aber mir tut Nichts weh, ich habe keinen Sonnenbrand und keine Blasen an den Füßen. Ich hatte drei Wochen keine Krämpfe und kein Kribbeln im halb lahmen Bein und das Meniskus-Knie hat sich auch nicht gemeldet. Der Kräfteaufwand hat sich gelohnt. Das wird nur leider wieder nicht lange anhalten. Ich befürchte, dass sich auch der Bauch bald wieder zurück meldet. Der ist ganz gut geschrumpft. Es ist ein beglückendes Gefühl zu sehen, wo man beim Bäumchen-Gießen hin greift! |
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Camino del Sureste (Teil II) - Tag 23 | ![]() |