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Unterwegs in der Umgebung von Madrid | ![]() |
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Teil II, Tag 22 (Mo, 21.9.2026) Auf dem Camino Uclés von Arganda del Rey nach Perales de Tajuña (24,1 km)
In der letzten Nacht waren wir nur zu sechst im Zimmer, da ließ es sich gut aushalten. Da das hier alles Nachteulen sind, die spät aufstehen, kann man morgens zwischen zwei Bädern wählen und in aller Ruhe eingeübten Ritualen nachgehen.
Mit heißem Wasser aus dem Hahn habe ich mir einen Kaffee bereitet und gefrühstückt. Dann ging es los zur Metro. Die Automaten zum Aufladen der Fahrkarte sind etwas gewöhnungsbedürftig. Selbst auf Deutsch versteht man nicht, was die Optionen bedeuten, die man wählen kann. Ich habe „Normale Fahrt mit TFM“ gewählt, weil auf dieser Seite eine kleine Karte mit meinem Zielbahnhof eingeblendet war. Zweifel kamen mir aber, weil der Automat nur 2 € haben wollte, ich gestern aber für die gleiche Strecke 3 € bezahlt habe. Prompt hatte ich auch ein Problem beim Passieren der Schranke. Ich bin nochmal zurück zum Automaten, hab die Karte wieder reingesteckt und alle möglichen Tasten gedrückt. Die Fahrt war auf der Karte und ich bin beim zweiten Versuch auch durch die Schranke gekommen. Vermutlich hatte ich die Karte zu früh aus dem Automaten gezogen. Gut, dass der Automat die Fahrt nicht verwirft, sondern offenbar auf die Karte lädt, wenn man sie das nächste Mal reinsteckt. Ein bisschen mulmig war mir aber, ob ich denn am Zielbahnhof auch rauskomme, oder da noch was nachzahlen muss, weil ich die falsche Option gewählt habe. Aber alles war ok. Letztendlich hat die Fahrt mit der Metro mit Umsteigen eine Stunde gedauert - die Endstation Arganda del Rey liegt ja wie gesagt weit außerhalb, zu Fuß fast 40 Kilometer von meinem Hostel entfernt. Der Camino Uclés führt da fast an der Metro-Station vorbei. Schon nach wenigen Metern war ich wieder von roten Santiago-Kreuzen und gelben Jakobsmuscheln begleitet. Der Weg verlief heute fast ausschließlich auf einer ehemaligen Bahnlinie, auf der man einen ca. drei Meter breiten, meist leuchtend roten Radweg eingerichtet hat. Ich liebe es, auf alten Bahnlinien zu laufen, da sich diese ohne steile Anstiege durch die Landschaft ziehen. So war auch heute kaum zu merken, dass der von viel Grün begleitete Weg auf einen Höhenzug führte. Auf dessen höchster Stelle steht eine riesige Industrieanlage, vermutlich ein Zement- oder Kalkwerk, die ich schon gestern aus weiter Entfernung bestaunt habe. In großen Bögen ging es dann in ein Tal hinter dem Höhenzug, das ich auf einem Foto eher Norditalien zugeordnet hätte. Da gab es viel Grün, darunter hohe, schlanke Bäume, die man von Italien-Postkarten kennt. Auf dem Weg hinunter ging es vorbei an großen, aber ganz gut versteckten Tagebauen, aus denen mitunter Förderbänder Material in das große Werk transportierten. Vereinzelt waren auch alte Bergwerksbauten und Rumford-Brennöfen zu sehen, wie sie einst in Kalkwerken üblich waren. Unten angekommen, stieß der Weg auf den Ort Morata de Tajuña. Eigentlich führt er am Ortsrand entlang, aber wenn es schon nur einen Ort am Weg gibt, dann laufe ich da nicht vorbei, sondern durch. Auf dem fast runden Hauptplatz waren gerade Arbeiter dabei, eine mobile Stierkampfarena zu demontieren. Es floss zwar kein Blut übers Pflaster, aber sicher ist der Stier wieder nicht gut weggekommen. In einer Alimentación (Lebensmittelladen) habe ich mir Zutaten für ein Picknick geholt und mir damit ein schattiges Plätzchen gesucht. Vorm Losgehen habe ich nochmal Zeit und Karte gecheckt und festgestellt, dass ich es gar nicht bis 15.50 Uhr nach Perales de Tajuña schaffen kann, weil ich einfach zu spät losgelaufen bin. Die üblicherweise für die Suche nach Bus- und Bahnverbindungen genutzte Webseite „rome2rio“ hat mir nämlich nur drei Busverbindungen von Perales nach Madrid angezeigt: morgens, um 15.50 Uhr und abends. Lässt man im Browser „KI“ nach einer Verbindung suchen, erfährt man, dass alle 20…30 Minuten ein Bus fährt, weil drei Linien auf dieser Strecke verkehren. Wer hat nun Recht? Keiner, aber „KI“ ist näher dran. Es fahren wirklich drei Linien (351, 352 und 353), aber mit Ausnahmen verkehrt nur einmal stündlich ein Bus. Einer davon wäre der um 15.50 Uhr gewesen, auf den nächsten musste ich nun eine halbe Stunde warten. Kein Problem, nur war das nicht in der Haltestelle möglich, da die voll in der Sonne lag. Gegenüber war Schatten, da musste man nur zusehen, dass der Bus nicht an einem vorbei rauscht. Mit über zwanzig Minuten Verspätung kam er dann, was sicher nicht Schuld des Fahrers war. Zur Busstation Süd von Madrid (ein paar hundert Meter vom Bahnhof Atocha entfernt) gibt der Fahrplan 35 Minuten an, eine glatte Stunde war der Bus unterwegs, obwohl nur ganz zum Schluss etwas Stau war. Aber ich hatte keine Eile und in dem modernen, gut klimatisierten Bus saß man ganz bequem, über sich USB-Buchsen, um die ausgelaugten Geräte wieder mit Saft zu versorgen. Statt vom Busbahnhof mit der Metro ins Hostel zu fahren und dann dort rumzulaufen, bin ich gleich gelaufen. So lernt man auch mal neue Stadtviertel und andere Fastfood-Gaststätten kennen. Nach der heutigen Tour (25,5 km) war noch genug Elan für weitere 5 km da. |
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Camino del Sureste (Teil II) - Tag 22 | ![]() |