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Unterwegs von Torre de la Horadada über Orihuela und Albacete nach La Roda | ![]() |
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Tag 12 (Fr, 30.1.2026) Mit dem Zug von La Roda zurück nach Alicante
Ich habe an meine Pilgertour, die bestimmt über 300 km lang war, noch zwei Tage Urlaub rangegangen. Und da man im Urlaub keine langen Berichte schreibt, kommt hier nur eine kurze Zusammenfassung.
Für Freitag (Tag 12) hatte ich für acht Uhr einen Zug von La Roda nach Albacete (20 Minuten) und die Weiterfahrt nach Alicante mit dem AVE nach zwei Stunden Aufenthalt gebucht - so wie das Buchungssystem der Renfe das vorgeschlagen hat. Ich bin morgens zeitig los, hab‘ die Stierkampfarena hinter mir geschlossen und auf dem Weg zum Bahnhof noch einen Umweg über das Zentrum von La Roda gemacht. Da gab es ein paar wirklich schöne und gut angestrahlte alte Häuser zu sehen, aber auch viel Verfall. Die Regionalbahn war ziemlich pünktlich. Da hätte ich auch den AVE zwei Stunden früher erreicht. Aber 8 Minuten Umsteigezeit erschienen mir in Anbetracht der zu erwartenden Sicherheitskontrolle etwas knapp. Aber wie sich zeigte, hätte ich bei der Ankunft ohne jegliche Gepäckkontrolle vom Regional- auf den Fernbahnsteig wechseln können. Nur wenn man von draußen durch die Bahnhofshalle kommt, wird das Gepäck durchleuchtet, so wie das nach Bombenanschlägen vor ein paar Jahren bei Fernzügen üblich ist. Terroristen sollten also mit der Regionalbahn anreisen, um die Kontrolle zu umgehen! Die zwei Stunden Aufenthalt in Albacete habe ich für einen Bummel durch die Fußgängerzonen genutzt und dabei wirklich noch ein paar schöne Häuser gefunden. Meine Kritik an der Stadt muss ich also etwas relativieren. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE hat mich mit bis zu dreihundert Stundenkilometern in 50 Minuten von Albacete nach Alicante gebracht. Vieles entlang der Strecke kam mir bekannt vor, denn mein Weg hat ja immer wieder die AVE-Trasse berührt. Die Fahrt war sehr entspannt, denn im Zug, der wegen seiner langgezogenen „Schnauze“ auch „Krokodil“ genannt wird, hat man sehr viel Beinfreiheit, Fußstützen und große Klapptische. Die Fahrpreise für den AVE variieren je nach Tageszeit von 18 bis über 60 Euro, wenn man ein paar Tage im Voraus bucht. Ich habe erst am Abend vorher gebucht, da hat die 18 €-Verbindung 25 € gekostet. Es lohnt sich also, nicht „auf den letzten Drücker“ zu buchen. Man muss auch etwas Zeit für das Buchungsformular einplanen. Ich bin wieder in die Falle getappt, die der Programmierer für Ausländer aufgestellt hat. Wenn man das Formular wie üblich von oben nach unten ausfüllt, dann kann man das Menü für die auf „+34“ (Spanien) voreingestellte Ländervorwahl nicht aufklappen und hängt fest. Also erst die Telefonnummer und dann den Rest ausfüllen! Das ist Insiderwissen! In Alicante habe ich mich am Bahnhof nur schnell nach der Haltestelle des Flughafenbusses umgeschaut und bin dann quer durch die Stadt zu der hoch auf einem Berg gelegenen Festung „Santa Bárbara“ gelaufen. Obwohl das eine versteckte Rüge der Verwandtschaft eingebracht habe, bin ich das Stück ganz nach oben nicht gelaufen, sondern mit dem Fahrstuhl gefahren, für den man einen langen Tunnel in den Berg gegraben hat. Die Festung kann man kostenfrei besichtigen, der Fahrstuhl kostet 2,70 € - es sei denn, man ist Rentner, dann ist der auch umsonst. Der Geizkragen hat ganz schnell ausgerechnet, dass man nichts spart, wenn man läuft, statt den Gratis-Fahrstuhl zu benutzen. Von der Festung aus hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt und ihre Umgebung. Das hat sich wirklich gelohnt. Runter bin ich gelaufen. Dann habe ich noch einen Stadtbummel gemacht und wie viele andere auf der vermutlich wegen Windbruch mit Flatterband abgesperrten Promenade pausiert. Kurz vor sechs bin ich dann in das ein paar Tage vorher bei booking.com gebuchte Hostel „Dos Estaciones“, das gut bewertet wurde und günstig zwischen Bus- und Bahnstation liegt. Völlig überraschend bin ich da abgewiesen worden, da lt. Hausregeln Gäste über 50 Jahren nicht erlaubt sind. Davon steht aber weder in der Bestätigungsmail noch in den Buchungsdetails irgendwas, auch nicht in der Willkommensmail, die das Online-Checkin-Progamm (nach Angabe des Geburtsdatums) verschickt. Der Dickschädel am Tresen hat sich aber geweigert, auf meinem Smartphone die Nachrichten anzuschauen, die mir booking.com bzw. sein Hostel geschickt hat. Er hat seine Hausregeln und da gibt es keine Ausnahme. Der Mann ist da völlig fehl am Platze, der hätte mal bei uns eine höhere Beamtenlaufbahn einschlagen sollen. Da hätte er mit seiner Einstellung Karriere machen können. Ich habe da viel Zeit mit Betteln, Sichten der Nachrichten, Chatten und Telefonieren mit booking.com verbracht und letztlich klein beigegeben. Wie von dem Herrn vorgeschlagen habe ich mir (nach einer zum Glück kostenfreien Stornierung) eine andere Herberge gesucht, das „Olé Backpackers Hostel“, mit dem ich sehr zufrieden bin. Das kostet genauso viel (21…22€ pro Nacht), hat ein nettes Mädel statt einem Dickschädel am Tresen, liegt dicht am Stadtzentrum und ist nicht weit von einer Haltestelle des Flughafenbusses entfernt. Das ist mir wichtig, da am Sonntag um acht mein Flieger geht und ich nicht viel später als um sechs in den Flughafenbus steigen will. |
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Camino del Sureste - Tag 12 | ![]() |