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Unterwegs von La Roda über Toledo und Ávila nach Zamora | ![]() |
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Teil II, Tag 8 (Mo, 7.9.2026) Von Toledo nach Torrijos (29,8 km)
Von Toledo aus habe ich schon mal das Quartier für die nächste Nacht festmachen wollen. Ich hatte mir dafür die in einer Liste für Huerca genannte 16 €-Pilgerherberge aufgesucht. Die habe ich angeschrieben und wenig später als Antwort erhalten, dass ich kommen kann, aber dass sich die (private) Herberge nicht in Huerca, sondern 7 km davor in Villamiel befindet. Der Preis für eine Nacht sei 35€. Die leichte Preiserhöhung von fast 120% hat mich zwar geärgert, aber nicht so erschreckt wie die Ortsverschiebung. Huerca hätte genau auf der Hälfte des Weges nach Escalona, meinem übernächsten Etappenziel gelegen - je 27 km davor und dahinter. Jetzt wären es 20 und 34 km. Und 34 km sind bei der Wärme ziemlich viel, vor allem, wenn es überwiegend auf Feldwegen durch die Steppe geht. Außerdem ist Villamiel ein kleines Kaff, in dem es lt. Karte weder Kneipe noch Kaufmannsladen gibt. Und das Äußere des Quartiers sah auch nicht so verlockend aus: ein Neubaublock mit zugemauertem Erdgeschoss.
Ich habe mir Bedenkzeit erbeten und andere Optionen durchgespielt. Eine davon war die Wahl einer anderen Strecke. Die Pilger-App weist ohnehin einen anderen Weg aus als die Karte. Hinter Toledo trennen sich mal wieder der Camino del Sureste und der Camino de Levante. Letzterer führt nicht über Huerca, sondern über Torrijos, was eine ziemlich große Stadt mit einer Herberge und mehreren Hotels ist. Mit Torrijos als Etappenziel wäre das Streckenverhältnis 30/25 km, also hinnehmbar. Allerdings ist die Herberge lt. Pilger-App vorübergehend geschlossen. Ich habe trotzdem eine WhatsApp (hier heißt das „wasap“) hingeschickt, aber keine Antwort bekommen. Der Status des Empfängers hat mir dann verraten, dass es sich um einen geschäftlichen WhatsApp-Account des Touristenbüros handelt. Da war also vor Montag, 9 Uhr keine Antwort zu erwarten und wahrscheinlich würde es gar keine Antwort geben, weil das Touristenbüro montags geschlossen ist. Als morgens um zehn noch keine Antwort da war und keiner ans Telefon ging, habe ich das Hotel „El Meson“ in Torrijos angeschrieben, ob sie ein Zimmer frei haben und mir einen Pilgerrabatt auf die 47 € Zimmerpreis gewähren können. Beides wurde bejaht und da das Hotelzimmer mit 41,50 € nur unwesentlich teurer war, als die Unterkunft in Villemiel, habe ich zugesagt, dass ich das Angebot annehme, wenn nichts dazwischen kommt. Nun habe ich mich auch gleich um die Unterkunft in Escalona gekümmert und bei einem in meiner Herbergsliste genannten „Freund des Jakobsweges“ per WhatsApp angefragt. Minuten später kam die Antwort, dass ich dort unterkommen kann und gleichzeitig gab es Empfehlungen für den weiteren Streckenverlauf, da sich der Weg hinter Escalona gabelt. Spaßeshalber habe ich gefragt, ob er mir was zu der angeblich geschlossenen Herberge in Torrijos sagen kann und prompt kam die Telefonnummer eines Pedro, der mir Auskunft geben kann. Den habe ich aber erfolglos angerufen und angeschrieben. Als ich am Stadtrand von Torrijes nochmal Pause gemacht habe, habe ich einfach mal die bei der geschlossenen Herberge angegebene Festnetznummer angerufen und bin irgendwo im Rathaus gelandet, wo mich wie erwartet niemand verstanden hat. Aber auf die Zauberworte „Peregrino“ (Pilger) und „Albergue“ (Herberge) hin hat die Dame mich weitergereicht und ich bekam eine sogar auf Englisch vorgetragene Telefonnummer genannt. Die habe ich angeschrieben und wenig später kam die Nachricht, dass die Herberge selbstverständlich offen ist, und eine Instruktion, wie ich die finde und wie ich reinkomme - nebst Code für den Schlüsselkasten. Kaum war das geklärt, meldete sich Pedro. Dem habe ich gesagt, dass schon alle Probleme gelöst sind, aber er wollte mich unbedingt an der Herberge empfangen, um mir die „Hand der Freundschaft“ zu reichen. Ich habe schnell den Routenplaner befragt und Pedro mitgeteilt, dass ich in einer dreiviertel Stunde an der Herberge sein werde. Durch das viele Telefonieren und Chatten neigte sich inzwischen mein Smartphone-Akku seinem Ende zu. „Kein Problem“ dachte ich, weil ich ja eine volle Powerbank dabei hatte. Aber das Smartphone weigerte sich zu laden, weil es zu heiß war. Ich solle warten, bis es abgekühlt ist. Beim nächsten Chat war Schluss. Zum Glück hatte ich mir die wichtigsten Angaben inklusive Schlüsselcode gemerkt und das zum Fotografieren und Kartenlesen gedachte zweite Smartphone in der Tasche. Mit dem habe ich problemlos die Plaza de los descubrimientos und dort die Herberge gefunden. Deren Lage ist einzigartig. Auf dem Platz steht eine feste, ca. 1,20 m hohe Bühne und darunter ist die Herberge! Da ich den Code für die Schlüsselbox kannte, konnte ich da schon mal reinschauen, obwohl Pedro noch nicht da war. Die Ausstattung ist recht spartanisch, aber ordentlich und halbwegs sauber. Dafür, dass die dem Insektenspray erlegenen Biester auf der Erde rumlagen, kann keiner was. Es gibt zwei Räume: in einem stehen vier Doppelstockbetten, im anderen ein Schreibtisch, zwei Waschbecken, ein Wäscheständer und am Ende des Raums zwei Klos und zwei Duschen. Außerdem (ganz wichtig) in jedem Raum eine funktionierende Klimaanlage, welche die ohnehin nicht übermäßig aufgewärmten Räume schnell abgekühlt hat. Eine Küche gibt es leider nicht, aber die hätte ich im Hotel auch nicht gehabt. Abgesehen davon, dass ich hier mit der erbetenen 10 €-Spende davonkomme, habe ich die Entscheidung zugunsten der Herberge nicht bereut. Wenn man andere Pilger treffen will, dann ist eine Herberge der beste Ort dafür. Hier hätte es fast geklappt, denn am Tag zuvor hat sich eine „Ursula from Germany“ ins Gästebuch eingetragen. Es war aber nicht ersichtlich, ob sie auf meinem Weg unterwegs ist. Vermutlich eher auf dem stärker begangenen Camino Guadelupe, der von Madrid zum Wallfahrtsort Guadelupe führt und hier dem Camino de Levante kreuzt. Mit dem habe ich problemlos die Plaza de los descubrimientos und dort die Herberge gefunden. Deren Lage ist einzigartig. Auf dem Platz steht eine feste, ca. 1,20 m hohe Bühne und darunter ist die Herberge! Da ich den Code für die Schlüsselbox kannte, konnte ich da schon mal reinschauen, obwohl Pedro noch nicht da war. Die Ausstattung ist recht spartanisch, aber ordentlich und halbwegs sauber. Dafür, dass die dem Insektenspray erlegenen Biester auf der Erde rumlagen, kann keiner was. Es gibt zwei Räume: in einem stehen vier Doppelstockbetten, im anderen ein Schreibtisch, zwei Waschbecken, ein Wäscheständer und am Ende des Raums zwei Klos und zwei Duschen. Außerdem (ganz wichtig) in jedem Raum eine funktionierende Klimaanlage, welche die ohnehin nicht übermäßig aufgewärmten Räume schnell abgekühlt hat. Eine Küche gibt es leider nicht, aber die hätte ich im Hotel auch nicht gehabt. Abgesehen davon, dass ich hier mit der erbetenen 10 €-Spende davonkomme, habe ich die Entscheidung zugunsten der Herberge nicht bereut. Wenn man andere Pilger treffen will, dann ist eine Herberge der beste Ort dafür. Hier hätte es fast geklappt, denn am Tag zuvor hat sich eine „Ursula from Germany“ ins Gästebuch eingetragen. Es war aber nicht ersichtlich, ob sie auf meinem Weg unterwegs ist. Vermutlich eher auf dem stärker begangenen Camino Guadelupe, der von Madrid zum Wallfahrtsort Guadelupe führt und hier dem Camino de Levante kreuzt. Aber in Pedro, der bald mit einem Freund erschien, habe ich auch einen begeisterten Pilger und liebenswerten Menschen getroffen. Mit dem habe ich mich gleich angefreundet, obwohl wegen des ausgefallenen Smartphones ohne Übersetzungsprogramm kaum eine Konversation möglich war. Mensch, waren das heute nette Leute, mit denen ich zu tun hatte! Dem Hotel habe ich übrigens mitgeteilt, dass und warum ich nicht kommen werde. Zurück kam eine sehr nette Antwort mit einem Dankeschön, dass ich Bescheid gesagt habe. Als Pedro weg war, bin ich erstmal schnell in die Bar schräg gegenüber, um ein erfrischendes Getränk zu mir zu nehmen. Das hat gezischt, als ob man Wasser auf die Herdplatte gießt. Es war zwar nur „Victoria Málaga“, was nicht unbedingt mein Favorit ist, aber unter diesen Umständen hätte es auch ein kaltes „Sternburg“ getan. Witzig war in der Kneipe, dass da zwei Frauen vor den beiden Spielautomaten saßen und diese nicht nur mit Münzen fütterten, sondern auch mit den Fäusten bearbeitet haben - beobachtet und angespornt durch vier umstehende Männer. Am Nachbartisch saß die etwas korpulente Wirtin mit einer Bekannten. Das war’s dann schon, mehr Tische gab’s nicht, weitere Plätze hätte es nur auf der jenseits der Straße gelegenen Plaza gegeben. Da die durch ein dichtes Laubdach gut beschattet waren, hätte man da aber durchaus sitzen können. Ich habe es mir dann erstmal in der Herberge so gemütlich wie möglich gemacht, geduscht und das Bett ausprobiert. Die Doppelstockbetten sind hier sehr niedrig ausgeführt. Vermutlich hat jemand bei der Bestellung gesagt, dass die unter die Bühne passen müssen. Eigentlich wollte ich ein oberes Bett nehmen, weil man da mit einem Schritt auf der Leiter reinkommt, während man nur auf allen Vieren in das untere Bett gelangt. Aber Pedro hat mir noch vorgeführt, wie solch ein Bett schaukelt. Da habe ich dann doch lieber das Untergeschoss belegt. Am frühen Abend bin ich nochmal raus, um was zu essen und Wasser für den nächsten Tag zu kaufen. Zwei Häuserblocks weiter führt eine Fernstraße in die Stadt hinein. Da stehen die großen Supermarktketten inkl. Lidl aufgereiht. Ich bin in einen „Dia“-Markt um meine dortige Mitgliedschaft in Schnäppchen umzusetzen. Das hat mir immerhin Sonnencreme mit 30% Rabatt beschert. Weil meine Zahnpaste fast alle ist, habe ich da auch zugelangt: „Harry Potter“ von Colgate. Ich bin gespannt, was da für eine Zauberei dahinter steckt. |
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Camino del Sureste (Teil II) - Tag 8 | ![]() |
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